Wichtig – Stand August 2026
Die Bundesförderung „Sanierungsoffensive 2026“ (Kesseltausch) ist seit 10. Juli 2026 ausgeschöpft. Neue Registrierungen sind derzeit nicht möglich – die für 2026 vorgesehenen 360 Mio. Euro sind vollständig vergeben. Bereits eingereichte Registrierungen und Anträge bleiben gültig und werden weiterbearbeitet. Für 2027 ist eine Neuauflage mit erneut 360 Mio. Euro geplant (davon 179 Mio. Euro speziell für den Kesseltausch) – die Registrierung dürfte voraussichtlich Anfang 2027 wieder öffnen.
Die Kosten einer Erdwärmepumpe in Österreich 2026 liegen je nach Tiefenbohrung und Gebäudegröße zwischen 18.000 und 40.000 € (Gerät + Bohrung + Installation). Mit Bundesförderung bis 12.500 € und Landesförderung sinkt die Nettoinvestition deutlich – und die Betriebskosten sind die niedrigsten aller Wärmepumpen-Typen.
1. Erdwärmepumpe Kosten im Überblick
Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe setzen sich aus drei Hauptblöcken zusammen: dem Gerät, der Tiefenbohrung (oder dem Flächenkollektor) und der Installation. Hier ein realistischer Überblick für Österreich 2026:
Stiebel Eltron, Vaillant
JAZ: 4,0–5,5
ca. 60–100 €/Laufmeter
Genehmigung erforderlich
Nach Förderung: ca.
6.000–28.000 €
Kostenblock 1: Die Sole-Wasser-Wärmepumpe
Das Herzstück einer Erdwärmeanlage ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die Erdwärme über ein Solesystem (Frostschutzgemisch) aufnimmt und ans Heizsystem überträgt. Gerätepreise ab Werk für ein Einfamilienhaus (6–16 kW):
- Einstieg (6–8 kW): 12.000–15.000 € – für gut gedämmte Niedrigenergiehäuser
- Standard (8–12 kW): 15.000–18.000 € – für durchschnittliche Einfamilienhäuser
- Leistungsklasse (12–16 kW): 18.000–22.000 € – für Bestandsgebäude oder größere Flächen
Kostenblock 2: Tiefenbohrung (80–150 m)
Die Tiefenbohrung ist bei Erdwärmepumpen der größte Einzelkostenposten. Pro Laufmeter Bohrung rechnet man in Österreich mit 60–100 €, je nach Geologie, Region und Bohrtiefe. Benötigte Tiefe hängt vom Heizwärmebedarf ab:
- 80–100 m: für Niedrigenergiehäuser – ca. 5.000–10.000 €
- 100–120 m: für Standard-EFH – ca. 7.000–12.000 €
- 120–150 m: für Bestandsgebäude oder schlechte Geologie – ca. 10.000–18.000 €
Genehmigung VOR der Bohrung!
Tiefenbohrungen benötigen in Österreich eine wasserrechtliche Genehmigung der Bezirksverwaltungsbehörde. Zeitaufwand: 4–12 Wochen. Ohne Genehmigung darf nicht gebohrt werden – Planung rechtzeitig starten!
Alternative: Flächenkollektor
Wer ausreichend Grundstück hat (ca. 1,5-fache der beheizten Wohnfläche), kann statt der Tiefenbohrung einen horizontalen Flächenkollektor verlegen. Kosten: ca. 3.000–8.000 € (Erdarbeiten + Rohrverlegung). Nachteil: niedrigere Entzugsleistung bei kalten Wintern, da der Boden nahe der Oberfräche stärker auskühlt.
2. Vollständige Kostenaufstellung (Gesamtprojekt)
| Kostenposition | Preisspanne | Hinweis |
|---|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 12.000–22.000 € | Je nach Hersteller & Leistung |
| Tiefenbohrung (80–150 m) | 8.000–18.000 € | Genehmigung erforderlich |
| Installation & Einbindung | 2.500–5.000 € | Hydraulik, Rohrleitungen |
| Pufferspeicher (200–400 L) | 800–1.500 € | Empfohlen für optimalen Betrieb |
| Sole-Befüllung & Inbetriebnahme | 300–700 € | Einmalig |
| Heizkörpertausch auf Fußbodenheizung* | 3.000–10.000 € | Nur bei alten Radiatoren nötig |
| Gesamtkosten (ohne Umbau) | 18.000–40.000 € | Vor Förderung |
| Nach Bundesförderung (bis 12.500 €) | ab ca. 6.000 €* | *Bei max. Förderung + günstigem Projekt |
* Heizkörpertausch nur bei alten Radiatoren nötig. Erdwärmepumpen sind am effizientesten mit Flächenheizungen (Vor-/Rücklauf 35/30 °C). Individuelle Kosten variieren nach Region und Geologie.
3. Betriebskosten & JAZ – Warum Erdwärme die Nase vorn hat
Der entscheidende Vorteil der Erdwärmepumpe: Die konstante Bodentemperatur (8–12 °C) sorgt für deutlich höhere Jahresarbeitszahlen (JAZ) als bei Luftwärmepumpen. Für ein EFH mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf/Jahr:
| System | JAZ | Stromverbrauch/Jahr | Betriebskosten/Jahr (AT) |
|---|---|---|---|
| Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) | 4,0–5,5 | 2.700–3.750 kWh | 675–938 € |
| Luftwärmepumpe | 2,8–3,8 | 3.950–5.360 kWh | 988–1.340 € |
| Gasheizung | 95 % | 15.789 kWh Gas | 1.895 € |
| Ölheizung | 92 % | ~1.630 L Heizöl | 2.120 € |
Strompreis 25 ct/kWh, Gaspreis 12 ct/kWh, Heizöl 1,30 €/L (AT Durchschnitt 2026).
Ersparnis vs. Ölheizung: 1.182–1.445 € pro Jahr
Mit einer Erdwärmepumpe sparst du gegenüber einer Ölheizung jedes Jahr über 1.000 € an Betriebskosten. Über 20 Jahre summiert sich das auf 24.000–29.000 € Ersparnis – selbst nach Abzug der höheren Investition.
4. Förderung Erdwärmepumpe Österreich 2026
Erdwärmepumpen werden in Österreich besonders stark gefördert – sowohl auf Bundesebene als auch durch die Bundesländer.
Bundesförderung (Klima- und Energiefonds)
Sole-Wasser-Wärmepumpe
Geräteförderung · Antrag über sanierungsoffensive.gv.at · VOR dem Kauf!
Bohrbonus
Zusätzlich zur Geräteförderung · Für Tiefenbohrungskosten · VOR der Bohrung beantragen!
Solarthermie-Bonus
Bei gleichzeitiger Solaranlage ≥6 m² · Kombinierbar
Gesamtpotenzial (Bund)
Gerät + Bohrbonus + Solarthermie-Bonus · Vor Landesförderung
Bundesländer-Förderungen 2026
Alle österreichischen Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse, die mit der Bundesförderung kombinierbar sind:
| Bundesland | Förderung | Antragsstelle |
|---|---|---|
| Wien | bis 5.000 € | wohnbaufoerderung.wien.gv.at |
| Niederösterreich | bis 4.000 € | noe.gv.at/wohnbau |
| Oberösterreich | bis 6.000 € | land-oberoesterreich.gv.at |
| Steiermark | bis 3.500 € | zukunftsfonds.steiermark.at |
| Tirol | bis 5.000 € | tirol.gv.at/foerderungen |
| Vorarlberg | bis 4.000 € | vorarlberg.at/bauen-wohnen |
Maximales Förderpotenzial: bis zu 21.000 €
Bundesförderung (7.500 €) + Bohrbonus (5.000 €) + Solarthermie-Bonus (2.500 €, bei gleichzeitiger Solaranlage) + Landesförderung (bis 6.000 €) = bis zu 21.000 €. Alle Anträge müssen VOR Kauf und Bohrung gestellt werden!
5. Installation Schritt für Schritt
-
1
Heizlastberechnung & Planung
Fachbetrieb beauftragt Heizlastberechnung nach EN 12831. Ergebnis bestimmt benötigte Pump- und Bohrleistung. Dauer: 1–2 Wochen.
-
2
Wasserrechtliche Genehmigung beantragen
Einreichung bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Beilagen: Lageplan, Geologisches Gutachten (optional, empfohlen), Bohrprogramm. Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen.
-
3
Förderantrag stellen
Antrag auf sanierungsoffensive.gv.at einreichen (sobald die Registrierung wieder geöffnet ist) – VOR Kauf und VOR Bohrbeginn! Bohrbonus separat beantragen. Ohne Antragsnummer keine Förderung.
-
4
Tiefenbohrung durchführen
Nach Förderzusage und Genehmigung: Bohrung durch zertifiziertes Brunnenbauerunternehmen. Dauer: 1–3 Tage je nach Tiefe.
-
5
Wärmepumpe einbauen & hydraulisch einbinden
Einbau des Geräts, Solefüllung, Anbindung an Heizkreis und Warmwasserspeicher. Inbetriebnahme durch Fachbetrieb. Dauer: 2–4 Tage.
-
6
Verwendungsnachweis einreichen
Rechnungen, Installateursnachweis, Fotos und Prüfprotokolle an die Förderstelle. Auszahlung nach Prüfung (4–8 Wochen).
6. Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe: Wann lohnt sich was?
| Kriterium | Erdwärmepumpe | Luftwärmepumpe |
|---|---|---|
| Gesamtkosten (brutto) | 18.000–40.000 € | 11.000–23.000 € |
| Förderung (max.) | bis 15.000 € (Bund) | bis 10.000 € (Bund) |
| JAZ (Jahresarbeitszahl) | 4,0–5,5 | 2,8–3,8 |
| Betriebskosten/Jahr | 675–938 € | 988–1.340 € |
| Lärm | Kein Außengeräusch | Außengerät hörbar |
| Genehmigung | Wasserrecht nötig | Keine Genehmigung |
| Installationsaufwand | Hoch (Bohrung) | Gering |
| Geeignet für Altbau | Ja (höhere Vorlauftmp.) | Ja (mit Optimierung) |
| Amortisation | 10–15 Jahre | 7–12 Jahre |
Empfehlung: Erdwärme für Langzeit-Investor
Erdwärmepumpen lohnen sich besonders für Eigenheimbesitzer, die 20+ Jahre im Haus bleiben, ein größeres Gebäude haben oder auf maximale Effizienz und Ruhe (kein Außengerät!) setzen. Wer schnell amortisieren möchte, ist mit der Luftwärmepumpe besser bedient. Mehr dazu: Luftwärmepumpe Kosten Österreich.
7. Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe
Fazit
Die Erdwärmepumpe ist die effizienteste Heizlösung für österreichische Hausbesitzer, die langfristig denken. Zwar sind die Anfangskosten mit 18.000–40.000 € höher als bei der Luftwärmepumpe – doch die staatliche Förderung bis 15.000 € (Bund), niedrigste Betriebskosten aller Heizarten und eine Lebensdauer von 20–25 Jahren machen die Investition langfristig überaus attraktiv.
Die goldene Regel: Antrag VOR dem Kauf und VOR der Bohrung stellen! Nutze unseren Förderfinder, um die für dich optimale Kombination aus Bundes- und Landesförderung zu ermitteln.
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